Vier Feuerwehren, Rotes Kreuz und Bergrettung stellten sich bei der groß angelegten Einsatzübung „Lurnex 2026“ drei anspruchsvollen Szenarien. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die organisationsübergreifende Zusammenarbeit, eine strukturierte Einsatzführung und das gemeinsame Bewältigen komplexer Einsatzlagen.

Der mittlerweile traditionelle Übungsnachmittag der FF Möllbrücke fand heuer unter dem Namen „Lurnex 2026“ statt – und hatte es in sich.
Vier Feuerwehren mit insgesamt rund 50 Kameradinnen und Kameraden, das Rote Kreuz Spittal mit sieben Fahrzeugen, zwölf Sanitäterinnen und Sanitätern, zwei Notärzten sowie der Realistischen Unfall- und Notfalldarstellung (RUND), die Bergrettung Kolbnitz mit zehn Einsatzkräften und zwölf Figurantinnen und Figuranten nahmen an der groß angelegten Übung teil. Die Figuranten stellten bei den unterschiedlichen Szenarien verletzte und betroffene Personen möglichst realitätsnah dar und sorgten damit für anspruchsvolle Bedingungen.

 

Drei Szenarien – drei große Herausforderungen

Gleich drei unterschiedliche Einsatzszenarien galt es an diesem Nachmittag zu bewältigen. Dabei wurden nicht nur die einzelnen Einsatzorganisationen gefordert, sondern insbesondere auch deren Zusammenarbeit und Abstimmung untereinander.

 

Waldbrand nach Blitzschlag am Möllnerberg

Das erste Szenario führte die Einsatzkräfte auf den Möllnerberg. Angenommen wurde ein Waldbrand infolge eines Blitzschlags.
Der Einsatzleiter der FF Möllbrücke stellte vor Ort rasch fest, dass neben dem fehlenden Löschwasser noch eine weitere Herausforderung bestand: Im unwegsamen Gelände befand sich eine durch den Blitzschlag schwer verletzte Person.
Um die gestellten Aufgaben professionell bewältigen zu können, wurden weitere Feuerwehren, die Bergrettung sowie das Rote Kreuz nachalarmiert. Von der Brandbekämpfung über die Versorgung bis hin zur Rettung der verletzten Person waren eine enge Abstimmung und das Zusammenspiel aller beteiligten Organisationen gefragt.
Kaum schien die Lage unter Kontrolle, wartete die Übungsleitung bereits mit der nächsten Herausforderung auf.

Explosion im Kraftwerk – mehrere Verletzte und Vermisste

Die zunächst wenig dramatisch klingende Übungsmeldung lautete: „BMA 1 – Brandmeldeanlage im VERBUND-Kraftwerk Unterstufe ausgelöst, BTF VERBUND auf Zufahrt.“
Doch noch während der Anfahrt entwickelte sich daraus eine komplexe Einsatzlage: Durch die angenommene Explosion eines Transformators wurden mehrere Personen vermisst, weitere waren zum Teil schwer verletzt.
Im Kraftwerk mussten die Einsatzkräfte nach den Vermissten suchen, Verletzte retten und versorgen. Zusätzlich waren zwei Arbeiter bei Arbeiten an der Kraftwerkswand abgestürzt und hingen in ihren Seilen über dem Wasser fest.
Damit waren erneut sämtliche beteiligten Einsatzorganisationen gefordert. Die Einsatzleiter von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Bergrettung mussten die unterschiedlichen Aufgabenbereiche laufend koordinieren und die Lage gemeinsam abarbeiten.
Doch auch hier machte die Übungsleitung den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Strich durch den bereits sicher geglaubten Übungserfolg.

 

Schwerer Verkehrsunfall auf der Drautalbundesstraße

Die nächste Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten: Schwerer Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen auf der Drautalbundesstraße – zwei Pkw waren über eine Böschung in den Wald gestürzt.
Wieder hieß es für die Einsatzleiter: kühlen Kopf bewahren, die noch verfügbaren Ressourcen bündeln und Mannschaften sowie Fahrzeuge strukturiert in den neuen Übungsraum entsenden.
Neben der technischen Rettung der eingeklemmten und verletzten Personen standen dabei wiederum die medizinische Versorgung, die Koordination der Einsatzkräfte und die organisationsübergreifende Zusammenarbeit im Vordergrund.

 

Gemeinsam üben, gemeinsam besser werden

Nach diesen drei herausfordernden Szenarien war die Arbeit noch nicht ganz beendet. Im Rahmen einer gemeinsamen Übungsnachbesprechung wurden die Abläufe analysiert sowie Lerneffekte, Verbesserungspotenziale und Anregungen für zukünftige Einsätze und Übungen diskutiert. Ebenso wurden die zahlreichen positiven Erkenntnisse hervorgehoben, die eine organisationsübergreifende Großübung wie die „Lurnex 2026“ mit sich bringt.
Die Übungsvorbereiter Ulf Nussbaumer und Georg Striedner durften bei der Nachbesprechung auch Bürgermeister Gerald Preimel und Vizebürgermeister Bernhard Haslacher begrüßen. Gleichzeitig bedankten sie sich für die Unterstützung durch die Gemeinde sowie für die Zurverfügungstellung des Veranstaltungszentrums.
Begrüßt werden konnten außerdem der Abschnittskommandant-Stellvertreter des Abschnittes Spittal/Lurnfeld, Michael Mayer, sowie die Kommandanten der Feuerwehren Göriach, Sachsenburg und der Betriebsfeuerwehr VERBUND.
Seitens des Roten Kreuzes Spittal nahm die 1. Bezirksrettungskommandantin-Stellvertreterin Eva Selinger an der Nachbesprechung teil. Stellvertretend für die Mitglieder der Bergrettung Kolbnitz wurde Benjamin Ammer begrüßt.
Nach der gemeinsamen Übungsbesprechung lud die FF Möllbrücke alle Beteiligten zum gemütlichen Ausklang bei Grillwürsten und Getränken hinter dem Feuerwehrhaus ein. Dabei blieb natürlich auch noch ausreichend Zeit, um sich über die Übung auszutauschen und gemeinsam zu fachsimpeln.

Abschließend möchten wir uns bei allen Einsatzkräften, Figurantinnen und Figuranten sowie Unterstützern für ihre Teilnahme und ihren Beitrag zum Gelingen der Lurnex 2026 herzlich bedanken. Ein besonderer Dank gilt der Familie Pichler vom Lacknerhof, der Familie Brandner vlg. Scherzer, der VERBUND AG und der Gemeinde Möllbrücke für die Zurverfügungstellung der benötigten Örtlichkeiten und Infrastruktur. Weiters gilt ein herzlicher Dank den Firmen Renault Pacher für das Zurverfügungstellen der Unfallfahrzeuge und De Piero Schrott GmbH für deren Entsorgung.
Ebenso bedanken wir uns bei der Realistischen Unfall- und Notfalldarstellung (RUND) des Roten Kreuzes Kärnten, die durch ihre realitätsnahe Darstellung wesentlich dazu beigetragen haben, die Einsatzkräfte unter möglichst praxisnahen Bedingungen zu fordern.
Die Lurnex 2026 hat einmal mehr gezeigt: Im Ernstfall zählt nicht nur das Können der einzelnen Einsatzorganisation – entscheidend ist das professionelle Zusammenspiel aller Beteiligten. Genau diese Zusammenarbeit kann und muss regelmäßig trainiert werden.

Danke für die hervorragende Zusammenarbeit!

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